Ortsumgehung B33 - Hornberg: Tunnel Hornberg

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Sanierung (Feb/Mrz 2018)

Erstmals nach der Eröffnung im Sommer 2006 - also nach zwölf Jahren - wurde der Tunnel über eine lange Zeit, vom 19. Februar bis 07. März 2018, gesperrt. Die Umleitung erfolgte in dieser Zeit - wie auch bei den zweimal jährlich stattfindenden Reinigungsarbeiten - durch die Hornberger Innenstadt.
Die Sanierung wurde aufgrund von Korrosionsschäden am Gehäuse der Tunnelleuchten notwendig. Die rund 330 Tunnelleuchten mussten ausgetauscht werden.

Hierfür wurde eine Vollsperrung unumgänglich. Um die Belastung für die Verkehrsteilnehmer sowie die Anwohner an der Umleitungsstrecke so gering wie möglich zu halten, wurden in dieser Zeit außerdem umfangreiche Unterhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten durch die Straßenmeisterei Haslach und das Straßenbauamt des Landratsamt Ortenaukreis durchgeführt. Somit konnte man die Sperre für die Tunnelwartung im Frühjahr  entfallen lassen.

Die beiden Tunneleinfahrten wurden für die Arbeiten mit Schiebetoren aus Holz "dicht gemacht". Dafür wurden eigens Konstruktionen gezimmert, mit denen die Eingänge verschlossen werden konnten:

Somit konnten die eisigen Temperaturen  und der durchpfeifende Wind draußen gehalten werden:

Während der Arbeiten herrschten vor den Portalen Temperaturen bis deutlich in den zweistelligen Minusbereich!

Im Inneren der Röhre herrschten während der Sanierungsarbeiten so, bedingt durch die Erdwärme,  konstant ca. 8°C plus. Das machte die Arbeiten für die Monteure und Techniker halbwegs erträglich.
 

Begehung der Röhre im Zuge der Sanierungsmaßnahmen:

Nach über elf Jahren - zuletzt konnte ich die Röhre im Zuge der ersten Reinigungsarbeiten 2017 besuchen - nutzte ich, gemeinsam mit dem seinerzeitigen Bauüberwacher Uwe G. die "Betriebszwangspause", um uns den Zustand des Tunnels nach dieser langen Zeit einmal genau anzuschauen:

Vom Nordportal her kommend wurden die einzelnen Blöcke genau "inspiziert". Dabei konnte man hin und wieder Risse in der Beschichtung, sowie erste Sanierungsfälle an den Blockstößen entdecken.

Auch die Fahrbahn hat ein wenig gelitten: So hatte man die Reflektoren auf der mittleren Fahrbahnmarkierung bereits ausgetauscht, auch die LED-Leuchtmarkierungen auf den Banketten sind erneuert.

Zudem wurden die Kanalschachtdeckel neu gefasst.

Ein typisches Problem aller Tunnels findet man auch hier: Die Kabelschächte auf den seitlichen Banketten sind über die Jahre stark korrodiert. Bedingt durch die chemischen Vorgänge brechen die Ecken rund um den Kanaldeckel auf. Wie man in der Aufnahme erkennen kann, werden diese Schäden fortlaufend saniert.

Erstaunlicherweise findet man auch rund um die Fluchtwegebeleuchtungen Korrosionsschäden - trotz des eigens dafür angefertigten feuerverzinkten und pulverbeschichteten Gehäuses.

An manchen Stellen musste bereits der Fahrbahnbelag ausgebessert werden - eine Folge des Schwerlastverkehrs oder doch eher "Altersverschleiß"?

Kleinere Stellen, wie hier im Bild, werden bei den alljährlich stattfindenden Instandhaltungsarbeiten ausgebessert. Größere Schäden, die man vor allem unmittelbar hinter den Tunnelportalen findet, werden entsprechend großflächig saniert: Hierzu wird die gesamte Fahrbahnbreite neu mit Asphalt belegt.

Bei einigen Wegweiserpfeilen im Bereich der Pannenbuchten löst sich die komplette Beschichtung unter den grünen Wegmarkierungen ab.

 

Die Fluchtstollen

Besonders gespannt war ich auf die Begehung der fünf Fluchtstollen. Diese hatte ich seit der Eröffnung nicht mehr betreten.

Ich war überrascht, wie sauber diese Bereiche bis heute geblieben sind (gleichwohl man sieht, dass im Zuge der Reinigungsarbeiten auch hier regelmäßig gewerkelt wird). Ich hatte großen Spaß daran, die Fluchtwege zu betreten und in Augenschein zu nehmen.

Blick in den Storenwald-Fluchtstollen I (oben rechts) sowie auf die Kreuzung der beiden Fluchtstollen (unten)

Beeindruckt haben mich vor allem die "Ausblühungen" auf den nur mit Spritzbeton gesicherten Fluchtstollen. Hier findet man einige Stellen, an denen sich das Kalkwasser der Oberfläche einen Weg bis in den Fluchstollen gebahnt hat. Dort entstehen dann wunderschöne Tropfsteine. Es ist schon erstaunlich, wie dick diese im Lauf der vergangenen Jahre angewachsen sind.

 

Weitere Anlagen

Deutlich erkennt man, dass die Arbeiten in der Röhre offensichtlich nie ausgehen: Im Bereich des Südportals fand sich eine defekte Leuchte, die offenbar so mitgenommen war, dass sie komplett ersetzt werden muss.

Auch der "Steuerkasten" für die Strahlturbinen wurde zwischenzeitlich erneuert.

 

Die Reinigungsarbeiten

Neben der Sanierung der Tunnelleuchten und den Arbeiten an beschädigten Bauteilen, wurde auch die (zweimal im Jahr erforderliche) Tunnelreinigung durchgeführt. Hierbei werden folgende Arbeiten erledigt:

  • Spülung der Bergwasserdrainage

  • Reinigung der Schlitzrinnen

  • Kanalreinigung

  • Reinigung der Beschichtung

  • Kontrolle der Sicherheitseinrichtungen

 

Einen ausführlichen Bericht (mit Bildern) findet man HIER.

 

 

Im Bild erkennt man ein "Problem" der Reinigungsarbeiten: Die Spülschachtnischen werden von der Tunnelreinigungsmaschine nicht erreicht und bleiben dreckig(er), als die Beschichtung der Tunnelfläche

Nach der Abnahme der neuen Beleuchtung sowie einer Leuchtdichtenmessung konnte der Tunnel dann - frisch gereinigt - am 07. März wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Die Bilder stammen von der Begehung am 2. März 2018

Presseartikel zur Sanierung (Schwarzwälder Bote, 3.3.2018)

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