A. Kienzler, Lindenweg 3, 77761 Schiltach (seinerzeit als Projekt "Webwühlmäuse" der RS Triberg erstellt)

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Geschichte

Die Besiedlung des Gutachtals setzte um 1100 mit dem Reichslehen eines Adalbert von Ellerbach, dessen Familie sich später „de Horenberc“ nannte, ein. Auf dem unteren Schlossfelsen bei Althornberg (heute Gemarkung Gremmelsbach) entstand die erste Hornberger Burg. Etwa hundert Jahre später verlegten die Herren ihren Sitz auf den hiesigen Schlossberg und begründeten zu Füßen der neuen Burg die kleine Stadt Hornberg. 

„Eine große Verkehrsbedeutung war der Passstraße durch das Kinzig- und Gutachtal quer über den schwer zugänglichen Schwarzwald schon seit jeher eigen.“

 Robert Gerwig 1859

Ingenieur und Erbauer u.a. der Schwarzwaldbahn

Bereits im Mittelalter bestand eine Straße als Heer- und Handelsweg, wobei die damalige Linienführung von Hornberg ursprünglich durch das Schwanental und später dann durch das Reichenbachtal, über die Benz-Ebene und den Brogen verlief, da die damaligen Gespannfahrzeuge die starken Steigungen im Gutachtal oberhalb von Hornberg nach Nußbach nicht überwinden konnten.

Aufgrund seiner großen Verkehrsbedeutung wurde das Gutachtal immer wieder von fremden Heerscharen durchquert und seine Einwohner erlebten bis ins 19. Jahrhundert hinein immer wieder „schwarz anzustreichende Tage“, wie ein Pfarrer im Sterberegister vermerkte. Die gewaltigste Truppenansammlung erlebte das Gutachtal 1813, als 12.000 russische Grenadiere und 4.000 preußische Kavalleristen ihr Quartier aufschlugen.

Seit 1700 war Hornberg Station der Thurn- und Tax´schen Reichspoststrecke. Die Stadt lag an der damaligen europäischen Hauptverkehrsschlagader Paris – Straßburg – Wien.

Durch den sich ständig ausdehnenden Warenaustausch zwischen den einzelnen Ländern und Staaten war es erforderlich, die Verkehrswege permanent zu verbessern. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde von der damaligen Großherzoglich Badischen Baudirektion in Karlsruhe die „Kunststraße“ durch das obere Gutachtal von Hornberg nach Triberg gebaut.

Darüber hinaus wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit der Schwarzwaldbahn eine technisch äußerst anspruchsvolle und für damalige Verhältnisse hochmoderne Eisenbahnverbindung zwischen Offenburg und Konstanz geschaffen.

Nach einem vorübergehenden Tiefstand der Straße als Verkehrsträger durch das Aufkommen der Eisenbahn ist im 20. Jahrhundert durch die Erfindung des Kraftfahrzeuges die Bedeutung der Straße immens gestiegen und zu einem unentbehrlichen Bestandteil unseres Lebens geworden.