AKie's Bogenblog

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18. Juni 2016

"Alle Jahre wieder" ... irgendwann zur bzw. um die Sommersonnwende herum findet eines unserer absoluten Lieblingsturniere statt: Das

"Sonnwendturnier" Heiligenzimmern

- in diesem Jahr bereits zum zwölften Mal durchgeführt vom Schützenverein Heiligenzimmern. Die Vorfreude auf dieses, wirklich immer erstklassig und tricky gestellte, Turnier wächst in dem Maße, wie abends das Tageslicht länger wird ...

Einzig das Wetter vermochte in diesem Jahr die Vorfreude ein wenig zu trüben: Die Wochen vor dem Turnier waren gekennzeichnet von, teils sintflutartigen, Regenfällen. Zudem zeigte sich die Sonne nur sehr selten und in der Woche unmittelbar vor dem Turnier sanken die Temperaturen in den Keller ... "Schafskälte" lautet hier das Zauberwort. So hatte die Crew um Carsten, Ute und Charly nicht gerade die besten Bedingungen, um den Parcours herzurichten.

Das Turniergelände: Matsch ohne Ende

Erfreulicherweise hörte der Regen pünktlich zum Turniersamstag auf. Bei der Anfahrt am Samstagmorgen war es bereits trocken und als wir auf die Höhe hinauf kamen - in Schiltach herrschte noch dicker Nebel - kam die Sonne heraus.

In Heiligenzimmern selbst gab es dann Sonnenschein im Wechsel mit ein paar harmlosen Wolken und - zunächst noch "zarte" Temperaturen, bevor das Thermometer im Laufe des Tages um die 18 °C erreichte - optimales Wettkampfwetter also.

Leider fanden nur rund 140 Teilnehmer den Weg nach Heiligenzimmern - zum Turnierstart selbst hatten dann knapp 40 Bogner ihre Teilnahme abgesagt - sie haben definitiv etwas verpasst!

Da man kurzfristig noch einige Scheiben umbauen musste - die Wege waren an viele Stellen einfach zu nass und dadurch gefährlich, die Scheiben nicht wie geplant schießbar - verzögerte sich der Turnierstart ein klein wenig. Carsten rief die Teilnehmer gegen 9.30 Uhr zum Briefing.

Ich selbst hatte mit "meiner" Gruppe Glück und konnte unsere Startscheibe 20 direkt mit dem Auto anfahren: Wir starteten beim Sportplatz, wo uns gleich ein mächtiger Schuss auf die Probe stellte: Das "Drachenkücken im Ei" als Steilschuss bergab und nicht gerade nah ...

... aber das sind wir ja von Heiligenzimmern durchaus gewohnt: Schussdistanzen und -fenster, die einem alles abverlangen. Wie froh war ich, als gleich mein erster Pfeil - wenn auch ein wenig hoch - auf dem Tier landete.

Überhaupt: "Meine" Gruppe - in diesem Jahr wieder ein Traum. Schon im Vorfeld hatte mir Ute diese Startscheibe zugeteilt und Karin, Sarah und mich eingeschrieben. In den Tagen vor dem Turnierstart kam dann noch Antonio A. hinzu. Am Turniermorgen stellte sich dann leider heraus, dass Karin uns nicht begleiten konnte - zu groß sind derzeit ihre Probleme mit der Achillessehne. Die gerade begonnene "Stoßwellentherapie", deren erste Anwendung ausgerechnet am Freitag stattfand, erforderte es dann, dass Sie zuhause blieb. So machten Sarah und ich uns alleine auf den Weg nach Heiligenzimmern ...

... vor Ort wartete bereits (wer hätte es gedacht) Antonio. Er hatte dann dafür gesorgt, dass auch Klaus K. zu unserer Gruppe dazukam. Nachdem dann klar war, dass Karin nicht starten konnte, schrieb sich schlussendlich noch Andreas Z. in unsere Gruppe mit ein.

Schon von den ersten Scheiben weg zeigte sich, wie gut unsere Gruppe harmonierte:

Sarah, die nach ihren Prüfungen den Kopf frei bekommen wollte und den Papa (sehr zu dessen Freude) beim Turnier begleitete, übernahm den Job, der ansonsten traditionell der Mama vorbehalten ist: Sie übernahm das Schreiben (und das hat sie gut gemacht - Danke dafür!). Von der ersten Sekunde weg hat sie sich toll in die Gruppe integriert und den "gestandenen" Wettkampftypen den einen oder anderen trockenen Kommentar um die Ohren gehauen. So hatte sie und wir unsere große Freude.

Antonio, Andreas, Klaus und ich schenkten uns nichts: Weder punktetechnisch (zunächst jedenfalls) noch in Sachen Frotzeleien (die gesamte Runde über). Jeder bekam zum passenden Zeitpunkt sein Fett weg - und so wurde es eine spaßige und entspannte Runde unter Freunden.

Seit Anbeginn an glänzt Heiligenzimmern mit seinem nicht gerade einfachen Parcours. Das herrliche Gelände mit zahlreiche Senken, Steigungen und Wasserlöcher wird von jeher perfekt genutzt. Zudem war auch in diesem Jahr die Wegführung wieder in großen Teilen umgestaltet. So führte die Schleife z. B. erstmals nicht am großen Anglerteich vorbei - was einerseits schade war, andererseits jedoch überhaupt nicht gestört hat.

Die Scheiben waren optisch wieder erstklassig gestellt - es gab keinen einzigen "Autobahnschuss". Jede Scheibe hatte irgendeine Besonderheit aufzuweisen: Unterschiedliche Lichtspiele, optische Täuschungen, schräg gestellt, Abschusspflock und/oder die 3D-Figur nah an einem Baum sowie diverse Schüsse durch alle möglichen und unmöglichen Baumgassen hindurch ...

... dazu die Schussdistanzen: Schon in den ersten Jahren musste ich beim Anblick der einen oder anderen Scheibe schlucken: Da kann es dann schon einmal vorkommen, dass ein Fischotter auf 20 Meter platziert ist (und dem Schützen seinen Po entgegenstreckt) oder die "Eule im Baumstamm" zu gerade mal zur Hälfte sichtbar ist.

Dann wieder gibt es knackig weite Schüsse (der Bison stand in diesem Jahr vom roten Pflock auf rund 51 Meter, auch der "Bullendrache" war nicht ohne) und im Anschluss kommen dann schon einmal Frösche auf unter 10 Meter. Herrlich anstrengende Abwechslung ist also angesagt!

Auch das Spiel mit Licht und Schatten beherrschen die Parcoursbauer aufs Vortrefflichste: Da steht dann der Waschbär schön im (dunklen) Schatten der Bäume und man schießt aus einem "dunkleren" Waldstück heraus über eine im grellen Sonnenlicht liegende Lichtung hinein in den dunklen Wald mit dem (dunklen!) Waschbären oder wahlweise an anderer Stelle einem Fasan, den man im gleißenden Licht kaum vom Hintergrund unterscheiden kann.

Auch die Pflockfarben sind in Heiligenzimmern immer eindeutig (siehe Bild *fg*):

Wir Blankbogenschützen (Antonio, Klaus und ich) waren vom blauen Pflock aus am Start, die "Visierlinge" haben den roten, die Langbogenschützen (also Andreas und Sarah) den grünen und die Schüler bzw. "Anfänger" den gelben bzw. naturfarbenen Pflock. Ein cleverer Schachzug: Die Startkarten entsprechen der Farbe des zugeordneten Pflocks!

Ich selbst war mit meinem Turniereinstieg mehr als zufrieden: Nachdem ich beim ersten Schuss gleich den ersten Pfeil auf dem Drachenkücken unterbringen konnte (was nicht ganz selbstverständlich war, wie mir auch andere Schützen nach dem Turnier beigepflichtet hatten) fiel die Anspannung von mir ab und ich konnte die nachfolgenden Schüsse genießen.

 

Wichtig: "Gucken" vor dem Schuss (Andreas bei der Eule)

Ein ums andere Mal warf mein "Monster" die Pfeile perfekt online in Richtung des Tiers. Ich bin immer noch erstaunt, wie präzise dieser Bogen wirft. So habe ich ein Selbstvertrauen, wie ich es vom Latro nicht mehr gewohnt war.

Entsprechend häufig schlug mein Pfeil auch im Kill ein (auch wenn es bis zum Schluss nur ein 20er wurde): Mit insgesamt neun Killtreffern (einmal davon mit dem zweiten Pfeil) habe ich hier in Heiligenzimmern meinen persönlichen Rekord aufgestellt.

Mein erstes Miss beim Bullendrachen konnte weder meine Laune trüben, noch mein "Duell" mit Andreas etwas anhaben: Fast die gesamte Runde über lagen wir punktetechnisch gleichauf. Naja - ich von blau - er von grün ...

.... dafür musste er sich natürlich immer wieder Kommentare anhören *fg*. Trotzdem .. auch vom grünen Pflock aus muss man seine Treffer erst einmal setzen, was ihm bestens gelang. Am Ende der Runde trennten uns gerade einmal zehn Punkte.

Bei Antonio lief es bei dieser Runde irgendwie gar nichts zusammen: Schon am Anfang musste er häufiger zu zweiten oder dritten Pfeilen greifen. Recht früh fing er sich zudem ein erstes Miss ein. So konnte er bei dieser Runde nicht ganz mit mir mithalten ...

... so erging es auch Klaus: Häufig spielte ihm sein Kopf einen Streich und er versemmelte unnötigerweise viele Schüsse. So blieb auch er deutlich unter dem, was er meiner Meinung nach leisten kann, wenn es ihm gelingt, seine ansonsten saubere Technik abzurufen.

Sarah kämpfte sich wacker durch den Parcours. Sie musste naturgemäß einige Miss einstecken, das tat aber ihrer guten Laune und der Freude, mit uns gemeinsam die Runde zu drehen, keinen Abbruch.

Ich muss gestehen, dass es mir eine außerordentliche Freude war, dieses Turnier gemeinsam mit meiner Tochter bestreiten zu dürfen. Von mir aus könnte es gerne häufiger solche "Vater-Tochter"-Tage geben ...

Perfekter Innenkilltreffer beim Bison; da konnten wir nur noch Beifall zollen

Wie es für Heiligenzimmern üblich ist, muss man immer wieder Fehlschüsse hinnehmen. Wie sagte Andreas: "Es gibt keine leichten Schüsse" - da hat er ohne Zweifel Recht!

Im Gegensatz zu den Vorjahren gelang es mir, deutlich mehr erste Pfeile auf den Tieren unterzubringen: Mit insgesamt nur vier zweiten und einem dritten Pfeil bin ich mehr als zufrieden.

Allerdings nervte mich dann mein zweites Miss (beim heulenden Wolf) zugegebenermaßen doch ein wenig. Vor allem deshalb, weil hier mein "Nachschuss" dann problemlos im Kill saß. Auch mir macht mein Kopf hin und wieder einen Strich durch die Rechnung: Ich mochte die Scheibe schon vom ersten Augenblick weg nicht.

Andreas, der sich zur Zeit auf die anstehende EBHC in Österreich vorbereitet und deshalb mit dem Langbogen am Start war, gab jeden Schuss äußerst konzentriert ab: Zunächst wurde das Kill mit dem Fernglas genau ausgekundschaftet, die Scheibe analysiert. Im Anschluss daran baute er höchst konzentriert den Schuss auf. So gelang es ihm, sehr schöne Treffer zu setzen.

Auch Sarah bemühte sich um gute Schüsse. Erstmals gelang es ihr auch, den Bogen (fast) in den Anker zu ziehen. Die Ankerposition konnte sie auch sauber halten, bevor sie dann den Schuss abgab. Das ist eine Entwicklung, die ich mit großer Freude beobachtet habe. Darauf angesprochen merkte sie nur an, dass sich das (fast tägliche) Schwimmen nun wohl so langsam auszahlt ...

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Impressionen aus der Runde:

Den Dopingstand im Wald (in diesem Jahr wieder an der altbewährten Stelle an der Wegkreuzung) passierten wir das erste Mal bereits nach kurzer Zeit (vor Scheibe 27); nach einem liebevollen Wortwechsel (man ahnt es schon: Heftige Frotzelei war angesagt) mit Charly zogen wir jedoch ohne Pause weiter. Unsere Mittagspause legten wir dann auf dem Bogenplatz - nach Scheibe 28 - ein. Leckere Bratwürste, belegte Brote und ein Nudelauflauf warteten hier - zu moderaten Preisen - auf die hungrigen Bogner. Nachdem wir uns gelabt hatten, ging es im altbekannten Gelände weiter.

Wir konnten unsere Runde in unserem eigenen Rhythmus gehen - es kam nie zum Auflaufen und auch hinter uns drängte keine Gruppe. So kann meine seine Runde wirklich genießen.

Da sich zwischenzeitlich die Sonne durchgesetzt hatte, wurde es auch gemütlich warm.

Bis zum Schluss hatten wir unsere Freude und genossen jede Scheibe.

Ein letztes Mal passierten wir - vor der Scheibe 11 - den Dopingstand im Wald. Auch hier verzichteten wir auf unsere Pause. Vielleicht ein Fehler ... danach fing ich mir mein zweites Miss ein ...

Knapp fünf Stunden, nachdem wir unseren ersten Pfeil auf die Reise geschickt hatten, absolvierten wir unsere letzte Scheibe. Die Graugans war vermutlich die leichteste auf der gesamten Runde. Trotzdem haben wir auch diese nochmals mit voller Konzentration erledigt, bevor es mit dem Auto wieder zurück zum Bogenplatz ging.

Ein wenig müde, aber absolut zufrieden und entspannt genossen wir die Sonnenstrahlen auf dem Bogenplatz. Sarah rechnete nochmals die Schießkarten nach, bevor wir sie abgegeben haben und uns mit Speis und Trank versorgten.

Mit meinen erreichten 410 Punkten unterlag ich zwar im direkten Duell Andreas (426 Punkte). Trotzdem war ich hochzufrieden mit diesem Ergebnis (meine Bestleistung hier in Heiligenzimmern). Bei der Siegerehrung stellte sich dann heraus, dass dies - trotz der zwei Miss!!! - zum zweiten Platz gereicht hat. Wow ...

Alles in allem war es wieder ein herrlicher Tag: Bogenschießen mit Freunden - was gibt es Schöneres?

FAZIT: Heiligenzimmern ist weiterhin eines unserer Lieblingsturniere und hat einen sicheren Platz in unserem Turnierkalender. Wir freuen uns schon auf das Turnier im kommenden Jahr und hoffen, dass wir wieder dabei sein können!

 

Die Siegerliste

 

Aktuellste Parcoursbegehungen

Villingen: 08.12., 01.12.

 

 

Letzte Turniere

 09.11.   Nachtschießen Jockgrim

 05.10.   Wildsauschießen Michelbach

 

Und dann war da noch ...

 

... mein Bungy-Jump (192 m) 03.08.

 


"Petition zum Erhalt des Parcours Lellwangen"

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