AKie's Bogenblog

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05. Oktober 2019

12. Michelbacher Wildsauschießen

 

Die Tage werden kürzer, das Laub der Bäume färbt sich herbstlich ...

... Zeit für den jährlichen Ausflug in die badische Grenzregion: Die geschichtsträchtige Region um Gaggenau-Michelbach, das eine "Wespentaille" zwischen Baden und Württemberg (Baden schreibt man OHNE Württemberg *fg*) bildet, lädt seit nunmehr 12 Jahren ein zum "Wildsauschießen". Unser absolutes Lieblingsturnier, ausgerichtet von den Bernsteineagles Michelbach schaffte es, mich endlich aus der "Turnierlethargie" zu reißen.

Nachdem ich in dieser Saison bislang noch auf keinem Turnier anzutreffen war - sieht man davon ab, dass ich in Villingen beim Jagdturnier für den Turnierparcours verantwortlich zeichnete und so an beiden Tagen selbstverständlich vor Ort war - stand dieses Turnier zu keinem Zeitpunkt in Frage:

Zum zehnten Mal in Folge machten Karin und ich uns auf den Weg zur Michelbacher Gumbe.

Wer hätte dies gedacht, als wir vor 10 Jahren, damals noch zusammen mit den Kindern, zum ersten Mal dieses Turnier in Angriff genommen hatten?

Die familiäre Atmosphäre, das wunderschöne Gelände und die jedes Jahr wechselnden Wegführungen darin sowie nicht zuletzt das tolle Team um den "Chef" Jan Stenger locken uns jedes Jahr aufs Neue nach Michelbach. Selbst das herbstliche Wetter, das sehr häufig - so auch in diesem Jahr - Regen bereit hielt, hat uns noch nie abgeschreckt. Wir freuen uns immer wieder aufs Neue, die Fahrt nach Michelbach anzutreten.

Gewohnt pünktlich wurde zum Briefing gerufen. Kurz zuvor zog nochmals ein heftiger Schauer - es sollte nicht der Letzte an diesem Tag bleiben - über das Gelände. Trotzdem konnten wir um 9.40 Uhr an unserer Startscheibe 28 die ersten Pfeile fliegen auf ihren Weg schicken.

Tja - die Scheibe 28: Schon mehrere Jahre lag ich den Verantwortlichen in den Ohren, vom Waldweg aus hinunter zum Bachlauf entlang der Gumbe einen Steilschuss in die Runde mit aufzunehmen - in diesem Jahr nun wurde er realisiert!

Dieser Schuss war denn auch so genial, wie ich es erhofft hatte (auch wenn ich hier gleich einen zweiten Pfeil benötigte!).

In diesem Jahr hatten wir uns im Vorfeld zum Turnier nicht wie sonst mit anderen Bogenverrückten zur gemeinsamen Runde verabredet. So hatte uns Karin uns in eine noch nicht ganz volle Gruppe eingetragen und ich war gespannt, wer unsere Mitstreiter sein würden:

Mit Herbert M. traf ich dann auf einen Bogenschützen, mit dem ich schon geraume Zeit eine gemeinsame Runde drehen wollte. Mit ihm gemeinsam an den Start gingen Rainer R. (alles "alte Bekannte" vom Nachtschießen in Jockgrim) und Klaus A. Unsere Gruppe vervollständigte Christoph P., mit dem wir schon einige Turnierrunden gemeinsam gedreht hatten.

Wie all die Jahre zuvor, so war auch in diesem Jahr die Parcoursführung wieder eine völlig andere: Gab es im Vorjahr eine große Schleife (incl. Dopingstand) um die Freizeitanlage Gumbe herum, so hatte man sich in diesem Jahr dazu entschlossen, ohne Dopingstand auszukommen. Statt dessen gab es drei Teilschleifen, die jedes Mal wieder an der Gumbe vorbeigeführt haben.

Unser Beginn - das Ende der letzten Teilschleife - lag am Waldweg, hinunter zum Vereinsgeländer der Bernsteineagles, direkt neben dem Bogenplatz.

Die erste Teilschleife (Scheiben 1 - 7) führte dann auf der "linken" Seite, entlang des Michelbachs, auf einem Teilstück, das schon geraume Zeit nicht mehr im Turnier eingebunden war. War der sitzende Keiler noch recht einfach, so erwiesen sich bereits die nachfolgenden Schüsse - Bergziegen, balzender Truthahn sowie der wunderschöne Steinbock - als Herausforderung.

Auch die beiden kleinen Füchse wollten erst mal getroffen sein ...

Von Anfang an fühlten sich Karin und ich in der Gruppe wohl. Keiner nahm den "Wettkampf" allzu ernst und so standen der muntere Plausch sowie die Fachsimpelei im Vordergrund. Natürlich kam auch das  Gefrotzel nicht zu kurz ...

Die nasse Witterung machte uns allen - zumindest was die Treffer anbelangte - "Problemchen": Herberts Holzpfeile zeigte sehr interessante Flugeigenschaften, meine Pfeile kamen zwar häufig in der richtigen Höhe - schlugen jedoch meist weit links auf den Tieren ein und auch Karin war erstaunt über das unstete (Ab-)Flugverhalten ihrer Pfeile.

Die ersten Scheiben konnten wir unseren eigenen Rhythmus gehen, was sehr viel Spaß gemacht hat: Weder drängte eine Gruppe von hinten nach, noch hielt uns eine Gruppe vor uns auf, so dass wir sehr zügig voran kamen.

So beendeten wir die erste Teilschleife bereits kurz vor 11.00 Uhr, weshalb wir uns - zumal es gerade aufgehört hatte zu regnen - dazu entschlossen, gleich die nachfolgende Schleife in Angriff zu nehmen.

Diese Scheiben (8 bis 18) fanden sich in dem von mir heißgeliebten steileren Bereich unmittelbar hinter der Gumbe. Das Gelände, das mich - abgesehen vom Mischwald - sehr stark an Schenkenzell erinnert, liebe ich im Besondern:

Hier fanden sich nun herrliche bergauf- und bergab-Schüsse. Dabei waren die Entfernungen sehr unterschiedlich und - nicht zuletzt aufgrund des dämmrigen Lichts - schwer einzuschätzen: Mal ging es steil bergauf auf die Fasane, dann wieder steil bergab und über eine weite Entfernung auf den Bison, gefolgt vom Schuss über eine Talsenke hinweg auf den liegenden Panther.

Herausragend auch die weiten Schüsse, wie hier im Bild auf den kanadischen Keiler: Schwer einzuschätzen in der Entfernung und auch vom Stand nicht immer einfach.

 

Unser letzter Schuss vor der Mittagspause folgte mit Scheibe 19. Hier hatte man auf der Gumbe selbst eigens ein Gerüst errichtet, von dem aus ein weiterer "Steilschuss" - in diesem Fall auf die Graureiher - folgte...

Hier sorgte ich - innerhalb meiner Gruppe und den gefühlt 50 Zuschauern des Ausrichters - für Gelächter: Supercool und locker wollte ich diesen letzten Schuss  mit "halb ausgezogenem Bogen" absolvieren ... und semmelte den ersten Pfeil glatt am Viech vorbei. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt einfach nur das köstliche Räuberfleisch im Hinterkopf und wurde dafür sofort "bestraft". Wenigstens saß der zweite Pfeil (mit sauber ausgezogenem Bogen und korrektem Anker) im Spot. Der Rest der Truppe zeigte mir dann, wie es geht - kollektives Kill ...

Video - Klick für Start/Großansicht

Zum Zeitvertreib während der Pausen hatten sich die Bernsteineagles wieder etwas besonderes einfallen lassen:

Nach dem "Pendelschuss" im Vorjahr galt es dieses Mal, innerhalb von 45 Sekunden einen kleinen Styroporball zu treffen. Dies besten drei sollten dann, unmittelbar vor der Siegerehrung, ein "Stechen" ausschießen, bei dem dem Zeitschnellsten (bis zum ersten Treffer) ein 3D-Tier winkte.

Selbstverständlich haben wir uns hier auch ausprobiert. Leider wollten meine Pfeile den Styroporball nur streicheln ... in zwei Durchgängen gelang mir kein Treffer!

Der beste Tradi-Schütze setzte seinen ersten Treffer nach sage und schreibe 6,0 Sekunden - Respekt!

Nachdem wir uns ausgiebig gestärkt hatten (habe ich schon erwähnt, dass ich das "Räuberfleisch" liebe?) ging es auf die letzte Teilschleife, die sich rechts der Gumbe (bzw. dem Schießplatz) befand. Auch hier gab es einige völlig neue Wegführung und wunderschöne Ziele, wie das "aufgehängte Javalina" in einem - aufgrund der Witterung leider sehr matschigen - Tobel.

Es war nur gut, dass der Regen zwischenzeitlich aufgehört hatte, begann diese Teilschleife doch mit Schüssen auf der offenen Wiese ...

Insgesamt war ich mit meiner Runde dann ganz zufrieden: Sieben zweite und ein dritter Pfeil entsprechen dem, was ich beim derzeitigen "Trainingszustand" leisten kann. Dass ich zudem ohne Miss durchkam und schlussendlich mit 414 Punkte die gleiche Punktzahl wie im Vorjahr erreichte, war mehr als ich mir im Vorfeld erhofft hatte.

Zudem die tolle Gruppe und daraus resultierend mächtig viel Spaß - was will man mehr?

Der Tag verging so im Fluge: Bereist kurz nach 15.00 hatten wir den Parcours absolviert und kehrten fröhlich und entspannt zur Gumbe zurück.

Beim Plausch mit den befreundeten Bogner_innen und den Parcoursbauern der Bernsteineagles verging auch die Zeit bis zur Siegerehrung rasend schnell ...

Impressionen:

... zumal dann auch noch das "Finalschießen" auf die "Bällchen" anstand:

Unter den Augen der wartenden Schützen gingen die Zeitbesten noch einmal an den Start. Nun ging es ohne Zeitdruck an die Scheißlinie: Wer den Ball (für die Tradis ein etwas größerer, als für die Visierschützen) am Schnellsten traf, durfte die Trophäe - ein 3D-Wildschwein - mit nach Hause nehmen.

Dann die Siegerehrung: So langsam wundert es mich schon nicht mehr ...

In der TRB-Damenklasse konnte mein Schatz ihren Vorjahressieg wiederholen. Mit schönen 392 Punkten konnte sie, die gleich mit einem Miss in die Runde eingestiegen war und immer wieder mit dem einen oder anderen "Fehlschuss" haderte, ein 3D-Tierchen sowie die wundeschöne (selbst gebastelte!) Trophäe in Empfang nehmen.

 

Fazit: Auch in diesem Jahr war Michelbach wieder eine Reise wert. Der wiederum auf neuen Wegen geführte Parcours mit seinen moderaten Laufwegen zwischen den einzelnen Scheiben, die gut gewählten, teilweise sehr tickreichen - wenn auch in diesem Jahr hin und wieder knackigen - Abschüsse sowie die liebenswürdige Atmosphäre rund um bzw. auf der "Gumbe" waren - trotz der misslichen Wetterlage - einfach wunderschön! Ich hoffe, dass wir gesundheitlich auf der Höhe bleiben, damit wir unsere Serie weiter ausbauen können ... Bernsteineagles - wir kommen sehr gerne wieder!

Siegerliste

Aktuellste Parcoursbegehungen

Villingen: 20.10., 13.10., 03.10.

 

Letzte Turniere

 05.10.   Wildsauschießen Michelbach

 

Und dann war da noch ...

 

... mein Bungy-Jump (192 m) 03.08.

 


"Petition zum Erhalt des Parcours Lellwangen"

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